Angewendet wird die manuelle Therapie von Physiotherapeuten, die eine Zertifikatsweiterbildung von mindestens 260 Stunden absolviert haben. Bei der manuellen Therapie handelt es sich um diagnostische und therapeutische Techniken an der Wirbelsäule und an den Extremitäten, welche einerseits zur Auffindung, aber auch andererseits zur Behandlung reversibler Funktionsstörungen am Bewegungsapparat dienen.
Diese reversiblen Funktionsstörungen finden sich in Gelenken, Muskulatur und Nerven. Hierbei muss man zwischen Struktur- und Funktionsstörungen unterscheiden. In den meisten Fällen handelt es sich um Funktionsstörungen, die mit einem verminderten Gelenkspiel, einer veränderten neuromuskulären Steuerung oder einer Koordinationsstörung einhergehen. Bezüglich der Strukturstörungen muss der Therapeut überprüfen, ob es sich um einen der Norm entsprechenden Befund handelt, ob eine natürliche Degeneration vorliegt oder ob es sich um eine atypische Strukturzerstörung handelt. Irreversible Strukturzerstörungen können manualtherapeutisch nicht behandelt werden.

Manuelle Therapie, 2009
In der Behandlung geht es nun darum, diese Beschwerden zu beheben, die oft ihre Ursache in einem Missverhältnis zwischen Belastbarkeit und Belastung haben. Es soll somit das physiologische und normale Zusammenspiel zwischen Gelenk, Muskulatur und Nerven im Bewegungsapparat wiederhergestellt werden.
Dem Manualtherapeuten stehen hier nun zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten bzw. verschiedene Behandlungstechniken zur Verfügung, wie z.B. passive und aktive Mobilisationen, sowie Übungen zur Kräftigung und Stabilisation, aber auch Automobilisationen und Eigenübungen zu denen der Patient angeleitet wird.
Manuelle Therapie nach dem Maitland-Konzept
Anhand von Anamnese und klinischer Untersuchung gewonnener Informationen werden mittels dem Hintergrund des theoretischen Wissens kritisch überprüft. Das Denken auf zwei Ebenen ist erforderlich. Das heißt, die theoretisch aufgestellte Hypothese muß ständig im Einklang stehen mit dem klinischen Bild. Eine analytische Beurteilung ausdrücklich vor und nach der Behandlung mittels geeigneter Tests garantiert das Evaluieren des therapeutischen Vorgehens.
Vorgehensweise
1. Genaueste Anamneseerhebung
2. Dosiertes Reproduzieren der Beschwerden (außer radikulären Symptomen) mittels Tests
3. Schonende Mobilisationstechniken
4. Am spezifischen Problem des Patieten orientierte Behandlung
5. Der Denkprozess des Therapeutischen auf den zwei Ebenen, der theoretischen und der klinischen.
6. Patient werden immer Hausübungen gezeigt.