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Gesundes Gewebe ist immer bewegliches Gewebe

Die Osteopathie findet, erkennt und behandelt Bewegungsverluste aller Gewebestrukturen des menschlichen

Organismus.

 

Gewebe mit veränderter Beweglichkeit entstehen durch

  • ƒƒBlockaden
  • ƒƒVerletzungen
  • ƒƒVerklebungen
  • ƒƒOperationen aller Art
  • ƒƒMedikamente
  • ƒƒPsyche
  • ƒƒLebensgewohnheiten
  • ƒƒErnährungsmuster (oder: Lebens- und Ernährungsweisen).

 

Anatomie und Physiologie

… werden immer als Einheit angesehen. Alle Funktionen des Organismus werden in die Betrachtung,

Befunderhebung und gemeinsame Arbeit Patient/in – Osteopath/in einbezogen.

So aktiviert der/die Osteopath/in die selbstregulierenden Kräfte des Körpers.

 

Alles fließt – eines der Grundprinzipien der Osteopathie

Jede eingeschränkte Fließeigenschaft in unserem Körper führt zu Funktionsverlusten

und Bewegungseinschränkungen. Mit Hilfe erfahrener Hände wird der/die Osteopath/in die

Arbeit an der eigenen Gesundung stimulieren.

 

Bereiche der Osteopathie

  • ƒƒDas parietale muscolu-skelettale System mit Muskeln, Bändern, Knochen und Gelenken.
  • ƒƒDas viszerale System mit inneren Organen und deren Befestigungen.
  • ƒƒDas Craniosacrale System mit dem inneren Körperrhythmus.
  • ƒƒDie Wirbelsäule mit Kopf und Kreuzbein mit deren Verbindung mit Psyche/Emotionen.
  • ƒƒDie fluiden Systeme mit Arterien, Venen, Nerven, Lymphe, Nervenwasser (Liquor) und das neurologische System mit der willkürlichen Bewegungssteuerung und das vegetative, die Organfunktion steuernde System.

 

Professionell geschult besitzt der/die Osteopath/in das notwendige Feingespür, um mit gezielten

Techniken dort am Gewebe zu arbeiten, wo der Körper des Patienten ihn hinführt.

 

Funktion bestimmt die Form

Eine lokale Bewegungsstörung des Organismus kann über Monate aber auch Jahre bis in entfernte

Körperbereiche funktionelle Beschwerden auslösen und dort zu Krankheit führen. Hierbei spielt die

Zeit eine wichtige Rolle. Der Osteopath/die Osteopathin widmet dem Organismus die notwendige

Aufmerksamkeit, um Einschränkungen wenn möglich rechtzeitig aufzuspüren und zu harmonisiern,

d.h. mit einem guten Funktionieren wieder in Einklang zu bringen.

 

So ist Osteopathie Therapie und Prophylaxe.

 

Die Anwendungsbereiche der Osteopathie

  • ƒƒAkute fieberhafte Infektionen
  • ƒƒApoplex
  • ƒƒAsthma bronchiale
  • ƒƒBißanomalien und Störungen des Kiefergelenkes
  • ƒƒDepressionen
  • ƒƒOffenwinkel-Glaukom
  • ƒƒKatarakt
  • ƒƒMigräne und Kopfschmerzen
  • ƒƒChronische Mittelohrentzündungen
  • ƒƒPsychosomatische Leiden und viszerale Funktionsstörungen
  • ƒƒPylorusspasmus bei Kleinkindern
  • ƒƒSchleudertrauma
  • ƒƒChronische Schmerzen
  • ƒƒSehstörungen
  • ƒƒChronische Sinusitis
  • ƒƒSkoliosen
  • ƒƒTinnitus und Schwerhörigkeit
  • ƒƒVerstauchungen, Verrenkungen und Frakturen
  • ƒƒZerebrale ischämische Anfälle
  • ƒƒAtemwegserkrankungen
  • ƒƒEndokrine Störungen
  • ƒƒFazialisparese und sonstige Hirnnervenstörungen
  • ƒƒGelenkbeschwerden
  • ƒƒGynäkologische Störungen
  • ƒƒHerz- und Gefäßstörungen
  • ƒƒSchlafstörungen
  • ƒƒSchwindel
  • ƒƒVerbesserung des Stimmvolumens
  • ƒƒVerdauungsstörungen

 

Geschichte der Osteopathie

 

Vor etwa 130 Jahren legte der amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor Still die Grundlage der heutigen Osteopathie.

Schon während er aufwächst im amerikanischen Grenzland unter 7 Geschwistern als Sohn eines Methodistenpfarrers, Farmers und Arztes ist er lebhaft interessiert an allen Naturwissenschaften, der Jagd und neuen technischen Entwicklungen.

In Kansas absolviert er das damals übliche einjährige Medizinstudium.

Als Arzt hilft er den Shawnee-Indianern und im Nord-Südstaatenkonflikt vertritt er trotz seiner Zugehörigkeit zur Südstaatenarmee (ebenfalls als Arzt) ganz entschieden den Standpunkt der Sklavengegner.

Im Verlauf vieler Sezierungen vergleicht er die Anatomie von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und findet seine tiefe Überzeugung bestätigt:

Alle Menschen sind anatomisch gleich!

Nach dem Tod dreier seiner Kinder und weiterer Angehöriger an einer Meningitis unterbricht A.T.Still seine ärztlichen Tätigkeiten. Von der Unzulänglichkeit und Ohnmacht der damaligen herkömmlichen Medizin persönlich schwer betroffen, wendet er sich vermehrt anderen Wissenschaften zu.

Vertrauen möchte er einzig den selbstheilenden Möglichkeiten des menschlichen Organismus und der Wirksamkeit unterstützender Hände.

In der gerade veröffentlichten Vererbungslehre Darwins und den Philosophischen Überlegungen Herbert Spencers findet er schließlich die ihm ausreichende Basis für die Begründung seiner eigenen Therapie. Still’s erste Praxisanmeldung erfolgt 1875 in Kirksville.

1883 beginnt er, die historische Kunst der Chiropraktik in seine Arbeit einzubeziehen.

Mit dieser Kombination der manuellen Behandlung glaubt er gefunden zu haben, was viele verzweifelt suchten: eine spezielle Behandlung, um physiologische Funktionen zu beeinflussen, ein System, das auf wissenschaftlichen Prinzipien und universellen Gesetzen beruht und eine individuelle Behandlung, die nicht von gefährlichen und ineffizienten Medikamenten abhängt.

1892 gründet Still eine Schule, um sein Wissen weiterzugeben: Die „American Scool of Osteopathy“, ASO, ist die erste medizinische Einrichtung in den Vereinigten Staaten, in der auch Frauen zugelassen sind.

1896 erfolgt die erste Osteopathische gesetzliche Anerkennung im Staate Vermont,

1897 osteopathische Anerkennung in Kirksville, Missouri.

Zwischen 1896 und 1899 werden dreizehn legitimierte Osteopathische Schulen in Amerika eröffnet.

12.12.1917 stirbt Andrew Taylor Still.

Seit 1957 gibt es Osteopathieschulen auch in Frankreich.

In Deutschland werden Ausbildungen zum Osteopathen/In von verschiedenen SCHULEN angeboten. Neben der berufsbegleitenden Ausbildung gibt es verschiedene Vollzeitschulen für Osteopathie. In jedem Fall dauert die Ausbildung 5 Jahre. Das Berufsbild Osteopath/In gibt es in Deutschland nicht. Osteopathie praktizieren dürfen nur Ärzte und Heilpraktiker.

 

Still stellt die Osteopathie auf die folgenden Basisprinzipien:

  • ƒƒDer Körper arbeitet als totale Einheit.
  • ƒƒDer Körper besitzt selbstheilende und selbstregulierende Mechanismen.
  • ƒƒStruktur und Funktion stehen in wechselseitiger Beziehung.
  • ƒƒUnnormaler Druck in einem Teil des Körpers produziert
  • unnormalen Druck und Anspannung in anderen Teilen des Körpers.

 

„Osteopathie ist das Wissen über Anatomie angewandt zur Heilung von Krankheiten.

Es ist die chirurgische Anpassung aller Teile des Körpers durch den Anatomen, der

alle Knochen des menschlichen Körpers kennt, ihre Formen, Orte und wie sie

zusammengehalten werden; wo jedes Gelenk ist, wo die Muskeln ansetzen und

wie sie arbeiten, wenn sie an ihrem normalen Platz sind; wie ein normales Glied

aussieht, wie es sich in den Fingern anfühlt; wie ein unnormales Körperglied,

Hand, Fuß, Wirbelsäule und Nacken sich in Fingern anfühlt, in denen der Tastsinn

in hohem Maß ausgebildet ist…

Falls er erfahren in Anatomie und Physiologie ist, dann wird er sofort jede

Abnormalität an der Form entdecken und kann leicht die Ursache jedes Versagens

in perfekter Funktion bestimmen…

Er kann jeden Knochen und Muskel im Körper seines Patienten anpassen, beginnend

mit dem Herzen wird er sich an die Arbeit machen und das Blut zu jedem schwachen

Punkt bringen, den Abfall abtransportieren und die gefundene Wunde reparieren

und in der Folge die normale Funktion etablieren, welche ihrerseits vollkommene

Gesundheit bedeutet.“

A.T. Still, Manuskript, undatiert